www.hna.de: Frank Siesenop, Leiter des Schwalmgymnasiums, wechselt ins Staatliche Schulamt

Bye-bye Franky, Au revoir, Tschüss, Alles Gute – das und noch viel mehr ist auf kleinen bunten Zetteln an und um die Tür des Schulleiterbüros im Schwalmgymnasium in Treysa zu lesen. Schulleiter Frank Siesenop wechselt ab August nach Fritzlar.

Frank Siesenop wird die Wünsche als Erinnerungen mitnehmen – wie vieles andere auch, nach 15 Jahren am Schwalmgymnasium, davon acht als Schulleiter. Der Gilserberger wechselt ins Staatlichen Schulamt nach Fritzlar.

Seit 1. Februar 2011, offiziell mit der Amtseinführung 2012, lenkt Siesenop die Geschicke des Gymnasiums: Kaum drei Wochen nach der Pensionierung des früheren Schulleiters Dr. Helmut Bernsmeier musste sich Siesenop der ersten großen Herausforderung stellen – der naturwissenschaftliche Trakt der Schule brannte komplett nieder.
„Zwei Tage war die Schule damals geschlossen, es mussten schnell Lösungen gefunden, Schüler untergebracht werden – unter anderem fand der Unterricht in der Ostergrundschule statt, aber auch im früheren Lager der Firma Ludolph und in Containern“, berichtet der 49-Jährige, der sich mit „seiner Schule“ besonders verbunden fühlt.
In Treysa machte er sein Abitur, kehrte nach dem Studium in den Fächern Mathe, Physik und Informatik und Lehrtätigkeit in Lauterbach 2005 als Oberstudienrat zurück, zunächst als IT-Beauftragter des SG. Der große Brand und Konjunkturprogramme markierten gleichwohl einen Wendepunkt, was der Gesicht der Schule angeht – das hat sich bis heute doch grundlegend verändert.

„Die Schule wurde saniert, ein neuer Naturwissenschaftstrakt entstand, die Schulhöfe neu gestaltet – es wurden Voraussetzungen geschaffen, wo Lehren und Lernen Spaß macht“, ist Siesenop überzeugt. Diese Gestaltungsmöglichkeiten habe er gern angenommen, „Ausstattung, die Umgestaltung der Bushaltestelle und der Außenbereiche sind auf unsere Schule zugeschnitten.“ Das Ganztagsprofil 2 schärfe sich, es biete den Schülern neben dem Unterricht Angebote wie die Nutzung der Mediathek oder ein weitläufiges Außengelände zum Spielen.

Auch Inhaltlich ist es Siesenop gelungen, seine 70 Kollegen „mitzunehmen“, etwa bei der schnellen Rückkehr zu G9, aber auch der Zeittaktung des Unterrichts in vier Sequenzen zu je 65 Minuten, mit der das SG bis jetzt eine Ausnahmestellung im Kreis einnimmt. „Der Arbeitsrhythmus kommt allen entgegen, das haben Auswertungen ergeben. Die Schüler können selbständiger arbeiten, die Taktung wird von den Kollegen als sehr angenehm empfunden“, sagt der Pädagoge. Herausforderungen für seinen Nachfolger sieht Siesenop im Bereich der Digitalisierung: „Es gibt Active-Boards im neuen Trakt und Beamer in allen Altbauten – aber es steht noch einiges aus.“

Was der Schulalltag dem Gilserberger abgerungen hat, beantwortet er schnell – „Hartnäckigkeit und Geduld“. Eine Schule sei sehr demokratisch organisiert: „Mit formaler Macht und Chefdenken kommt man allerdings nicht weit – man muss müssen Überzeugungsarbeit leisten.“ Vermissen wird Frank Siesenop in erster Linie seine Schüler, er erhofft sich aber in seiner neuen Aufgabe „mehr Struktur im Tag“. Auf der anderen Seite des Schreibtisches sitzend will er vor allem den Schulleitungen mit Rat und Tat zur Seite stehen, bei Themen wie der Personalplanung und dem Abiturablauf. „Ich glaube, genügend Erfahrung bringe ich mit.“ Die kommissarische Leitung des Schwalmgymnasiums übernimmt sein Stellvertreter Christoph Rehbein.