Wir, die Schülerinnen und Schüler aus dem Biologie-LK der Q2 und vier interessierte Schülerinnen aus dem GK, waren am 13. März 2025 zu Besuch im Schülerlabor beim botanischen Garten in Marburg. Ziel des Tages war die genetische Untersuchung des Minisatelliten D1S80.
Etwa 1% der nicht-codierenden menschlichen DNA besteht aus sich häufig wiederholenden Sequenzen, so genannten Satelliten. Die Länge der Wiederholungen in diesen Satelliten variiert von einem bis zu mehreren tausend Basenpaaren. Die Anzahl der Wiederholungen wird vererbt. Wir untersuchten den Minisatellit D1S80 und konnten somit das im Biologieunterricht erlernte Wissen in der Praxis anwenden.
Es gab spannende vertiefende Theorie, aber wir konnten auch im Labor eigenständig unsere DNA aus Mundschleimhautzellen isolieren. Hierzu musste mehrfach pipettiert und zentrifugiert werden. Ein langwieriger Prozess, da alle anderen Zellbestandteile entfernt werden mussten.
Die gewonnene DNA wurde mit Primern, taq-Polymerase und Nucleotiden vermischt und dann in einem Thermocycler mittels Polymerasekettenreaktion (PCR) vervielfältigt. Anschließend konnte mithilfe der Gelelektrophorese abgelesen werden, wie viele Wiederholungen der Nucteotidfolge jede Schülerin bzw. jeder Schüler in dem Minisatelliten D1S80 hat und ob diese homo- oder heterozygot vererbt wurden (siehe Fotos). Besonders begeistert waren wir von den Pipetten, mit denen man extrem kleine Mengen an Flüssigkeiten pipettieren konnte. Bei einem genetischen Fingerabdruck in der Forensik werden 11 dieser Minisatelliten untersucht.
Während die PCR im Labor lief, konnten wir unser Wissen an einem realen Fall erproben und konnten erkennen, dass es durch Fehler im Labor passieren kann, dass ein Täter, der in mehreren Mord- bzw. Überfällen seine DNA am Tatort gelassen hatte, nicht ermittelt werden konnte.