„Tod und Sterben“ ist für viele Menschen ein sehr unangenehmes Thema, über das wenig gesprochen wird. Fragen wie „Wie möchte ich sterben?“ oder „Was soll mit mir nach meinem Tod passieren?“ werden häufig verdrängt. Vor allem in der Schule, wo viele unterschiedliche Menschen aufeinandertreffen, kann es schwierig werden, sich darüber auszutauschen.
Um Platz für ein offenes Gespräch über dieses Tabu-Thema zu schaffen, beschäftigten sich die Religions- und Ethikkurse der 10. Jahrgangsstufe in der Unterrichtseinheit „Tod und Sterben“ damit und besuchten in diesem Rahmen das Museum für Sepulkralkultur in Kassel. Das Wort „Sepulkral“ leitet sich vom lateinischen Wort sepulcrum ab, was so viel wie Grab/ Grabstätte bedeutet. So bezeichnet die Sepulkralkultur die Gesamtheit aller Bräuche und Riten rund um das Thema Sterben, Tod, Bestattung und Trauer. Ziel der Exkursion war es, sich intensiver mit diesem Thema zu befassen, auch über den Unterricht hinaus.
Auch die Lage des Museums machte den Ausflug besonders. Von der Aussichtsplattform aus konnte man einen guten Blick über die Umgebung genießen. Zudem hatten wir großes Glück mit dem Wetter. Dadurch erhielt unsere Exkursion eine gewisse Leichtigkeit – trotz der „Schwere“ des Themas.
Im Museum wurden wir herumgeführt. Der Fokus dieser Führung lag überwiegend auf Urnen und Särgen, aber auch darauf, wie Menschen früher mit dem Tod umgegangen sind im Vergleich zu heute.
Im Anschluss an die teilweise humorvolle Führung hatten wir die Möglichkeit, das Museum selbst zu erkunden und somit viele interessante Eindrücke der verschiedensten Bestattungsriten der Weltreligionen und anderer Völker zu sammeln. Besonders spannend waren die vielen interaktiven Bereiche: Man konnte zum Beispiel sein individuelles Grab und einen Friedhof mit Legosteinen gestalten, mit dem „Todomat“ seinen Tod planen oder auf einer großen Wand aufschreiben, wovor wir im Zusammenhang mit dem Tod am meisten Angst haben, wie wir nach unserem Tod verabschiedet werden wollen und wie wir den Tod sehen. Dadurch konnte man intensiver über den eigenen Tod nachdenken und einen Blick auf andere Perspektiven werfen.
Durch den Besuch im Museum hatten wir die Möglichkeit, echte Gegenstände zu sehen, die im Unterricht nur auf Bildern vorkommen, und bei der Führung erklärten die Fachleute zudem viele Details, die im normalen Unterricht oft nicht so ausführlich besprochen werden können.












