Brücken statt Grenzen: deutsch-polnischer Schüleraustausch am SG

    Vom 15. bis 21. März 2026 fand der erste Teil des diesjährigen deutsch-polnischen Schüleraustauschs zwischen dem Schwalmgymnasium und dessen Breslauer Partnerschule Liceum XII statt. An diesem bereits 10. Austausch seit der Begründung der Schulpartnerschaft im Jahr 2003 nahmen insgesamt jeweils 13 Schülerinnen und Schüler beider Schulen teil (die Schwälmer dieses Mal durchweg aus der E-Phase) sowie Frank Sauerwald und Matthias Schmitz und – auf polnischer Seite – Jolanta Sojka und Maja Tkocz. Das beredte Motto des Austauschs – „Brücken bauen“ – unterstrich dabei dessen vorrangiges Ziel: deutschen und polnischen Jugendlichen die Möglichkeit zu eröffnen, persönliche Kontakte zu knüpfen, Einblicke in den Schul- und Lebensalltag sowie in die Geschichte und Kultur des jeweiligen Gastlandes zu gewinnen und so einerseits die langjährige Schulpartnerschaft weiter zu stärken, andererseits aber nicht zuletzt auch interkulturelles Verständnis, Offenheit und Vertrauen im geeinten Europa zu fördern.

    Ganz im Sinne einer intensiven und unmittelbaren Begegnung waren die polnischen Gäste in den Familien ihrer Austauschpartner untergebracht, und gleich am ersten Abend hatten die Teilnehmenden beider Seiten im Rahmen einer privat organisierten Willkommensfeier viel Zeit für ein zwangloses erstes Get-together. Der offizielle Start des Programms erfolgte dann am Montagmorgen bei einem gemeinsamen Frühstück in der Schule mitsamt Begrüßung durch den Schulleiter, Kennenlernaktivitäten und Schulerkundung, gefolgt von ersten Unterrichtshospitationen.

    An den darauffolgenden drei Tagen erwartete die Teilnehmenden ein vielfältiges Programm mit außerschulischem Schwerpunkt: So ging es Dienstag nach Marburg, dessen Altstadt sich die Schülerinnen und Schüler in gemischten deutsch-polnischen Gruppen auf den Spuren der Gebrüder Grimm entlang des „Grimm-dich-Pfads“ selbst erschlossen haben. Mittwoch folgte eine Tagesfahrt nach Frankfurt mit Führung im Goethe-Haus, durch die (neue) Altstadt und über den Römer. Am Donnerstag schließlich bot der Besuch der Gedenkstätte Trutzhain unter fachkundiger Führung von Frau Jarosch von Schweder Anlass, sich mit regionaler Geschichte auseinanderzusetzen und über Erinnerungskultur sowie die deutsch-europäische Vergangenheit zu reflektierten.

    Diese und noch weitere gemeinsame Aktivitäten und Erlebnisse boten überdies zahlreiche Gesprächsanlässe, wobei die Kommunikation der Schülerschaft untereinander zumeist auf Englisch, z. T. auf Deutsch und vereinzelt sogar auf Polnisch erfolgte.

    Der Schüleraustausch hat einmal mehr gezeigt, wie wertvoll derartige länderübergreifende persönliche Begegnungen sind, und entsprechend erwartungsfroh sehen die Schülerinnen und Schüler dem Gegenbesuch in Breslau entgegen, der Mitte Mai stattfinden wird. Ein besonderer Dank gilt dem Deutsch-Polnischen Jugendwerk für die finanzielle Förderung des Austauschs sowie dem Ehemaligen-Verein und dem Förderverein des Schwalmgymnasiums für deren Unterstützung. Darüber hinaus sei allen beteiligten Lehrkräften sowie den Gastfamilien herzlich gedankt, die mit großem Engagement zum Gelingen der Woche beigetragen haben.